20 Dinge, die ich noch nie in dieses Internet geschrieben habe

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20 Dinge, die ich noch nie in dieses Internet geschrieben habe

von Kerstin Hoffmann

Das Blogstöckchen, das derzeit durch das Web fliegt, hat mir Anke zugeworfen. Ich habe es leichtfertig aufgefangen, so wie man einen Brautstrauß schnappt, der auf einen zuschleudert, nur damit man ihn nicht ins Gesicht bekommt – ohne sich Gedanken zu machen, welche Folgen das vielleicht haben könnte. Erst nachdem ich den Empfang bestätigt hatte, ist mir klar geworden, dass das in keines meiner  (Fach-) Blogs hineinpasst. Aber dann ist mir zum Glück eingefallen, dass mein „Heliotropium“ ja doch aus privater Neigung entstanden ist und sich mit meinen persönlichen Interessen befasst. Warum also nicht hier?! Schließlich bin ich die Chefin. Dann mal los:

1. Ich habe dieses Blogstöckchen leichtfertig aufgefangen, finde es aber viel leichter, über Themen oder über andere Leute zu schreiben, als über mich selbst. Weswegen ich jetzt schon gefühlt 60 Punkte wieder gelöscht und verworfen habe, weil sie mir zu albern vorkamen. Ohnehin frage ich mich, wer das lesen will. Kann ich nicht doch lieber 20 Fakten über PR und Contentstrategien … Na gut, okay:

2. Als ich etwa vier Jahre alt war, habe ich jedem erzählt, dass ich „Reporterin“ werden wolle. Ich habe mich deswegen öfter von der Hand meiner Mutter losgerissen, um Menschen zu interviewen. Zum Beispiel habe ich Bauarbeiter am Jungfernstieg in Hamburg, die gerade Fahnenmasten aufstellten, befragt, was sie dort täten. Antwort: „Fahnenmasten aufstellen“.

3. Was investigativer Journalismus ist und warum Interviews aus mehr als einer Frage-Antwort bestehen sollten, lernte ich erst rund 15 Jahre später.

4. Ich habe mit der „Padlive-Diät“ in diesem Jahr rund zehn Kilogramm abgenommen. Das kam so: Mein lieber Kollege Gerhard Schröder aka @Padlive machte Probeaufnahmen von mir für eine geplante Video-Reihe. Ich sah sie mir genau einmal an. Etwa vier Monate später war ich zehn Kilo leichter – und bereit für die nächsten Aufnahmen. Na gut: fünfeinhalb Monate.

5. Meine erste große Liebe war Lex Barker als Old Shatterhand. Da war ich sieben. Wäre mein Herz heute noch frei, würde ich mich natürlich sofort für Jean-Luc Picard entscheiden.

6. Von meiner Vortragstätigkeit profitiert meine Familie vielleicht noch mehr als die (zahlenden) Zuhörer. Wenn ich nach Hause komme, sind oft meine Wörter aufgebraucht, und die anderen kommen endlich auch mal zu Wort.

7. Es ist mir kürzlich gelungen, in einem Fachvortrag über ein PR-Thema meine beiden Lieblingsfilme unterzubringen: „Herr der Ringe“ und „Fluch der Karibik“. Ich habe aber nicht verraten, dass es sich hierbei um meine Lieblingsfilme handelt.

8. Ich bewundere Menschen, deren Lieblingsfilm ein französischer Autorenfilm ist und die den „Mann ohne Eigenschaften“ sowie Thomas Manns Josephs-Romane freiwillig ganz durchgelesen haben. Manchmal versuche ich mich damit zu trösten, dass diese Menschen womöglich ein langweiligeres Leben haben als ich und mutmaßlich nicht den „Dead Parrot“-Sketch von Monty Python auswendig mitsprechen können. Wahrscheinlicher ist aber, dass sie einfach einen anspruchsvolleren Literatur- und Filmgeschmack als ich besitzen.

9. „Ipswich“ ist kein Palindrom von „Bolton“. Dann hieße es nämlich „Notlob“. (Dieser Punkt ist nicht für euch geschrieben, ihr Autorenfilm-Liebhaber und Mann-ohne-Eigenschaften-Leser!)

10. Ich habe in meinem Leben vier Horrorfilme gesehen, und bei jedem einzelnen davon habe ich mir noch Monate später gewünscht, ich hätte ihn nie angeschaut.

11. Drei von diesen vier Filmen aus Punkt 10 waren nach Angaben zuverlässiger Gewährsleute nicht einmal richtige Horrorfilme.

12. Ich wollte schon immer das Substantiv „Gewährsleute“ in einem Text unterbringen.

13. Nach fast 20 Jahren diesbezüglicher Abstinenz habe ich das Stricken wieder angefangen, aber damit ich es beim Lesen tun kann, stricke ich zur Zeit nur Schals mit unkomplizierten Mustern.

14. Demnächst brauche ich einen neuen Kleiderschrank für alle meine neuen Schals, und das Handarbeitsgeschäft meines Vertrauens schließt wahrscheinlich bald wegen Reichtums.

15. Ich kann mir lange Telefonnummern für immer merken, vergesse aber jede Hausnummer sofort wieder, sobald ich den Weg zu der betreffenden Adresse kenne.

16. Seit meinem 35. Lebensjahr trainiere ich Klassisches Ballett, strebe aber kein Engagement an einem größeren deutschen Theater mehr an.

17. Ich habe zwei Kinder, aber bis diese volljährig waren, habe ich darüber in diesem Internet nichts verlauten lassen. Ich like auch keine Kinderfotos auf Facebook, selbst wenn sie noch so niedlich sind, obgleich mein Klickfinger oft heftigst zuckt.

18. Ich mag überhaupt gar kein Fleisch essen, würde mich aber nie als Vegetarierin bezeichnen und habe mich oft gefragt, ob es auch Namen für Menschen gibt, die beispielsweise keine Tomaten, keine Pizza oder keine Schokolade mögen.

19. Jedes Mal, wenn ich in einem vollbesetzten Aufzug stehe, bin ich kurz davor zu sagen: „Sie fragen sich sicher alle, warum ich Sie hier zusammengerufen habe.“ Hinterher tut es mir jedes Mal leid, dass ich mich wieder nicht getraut habe.

20. Obgleich dieser Beitrag hier nicht einen einzigen Tipp enthält, erscheint am Ende automatisch der Disclaimer dieses Blogs. Versuchen Sie also besser nicht, dies alles zu Hause nachzumachen!

Ich werfe das Stöckchen weiter an den vorzüglichen Gerhard Schröder!



Foto: Conny Ehm – Photography

 

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